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  4/28/2010

Dr. Peter Boskamp - Newsbrief Mai 2010

Nieuwsbrief Mai 2010 (Teil 1)

 
 
Julianalaan 7a, 6191 AL Beek, Tel: 0031-46-4371885 Boskamp@pigeonvetcenter.com
 
 
 
Panik

In den letzten Monaten forderten wiederholt Züchter, sowohl per email als auch telefonisch, Mittel gegen Luftwegeinfektionen bei mir ein. Stets ist die Aussage, dass Tauben vom (Trainings)flug zurückkehren und die Augen zusammenkneifen, am Kopf kratzen oder sogar seltsame Bewegungen machen.
Bei Nachfragen stellte sich oft heraus, dass gerade eine Kur gegen Trichomonaden entweder über das Trinkwasser, das Futter oder auch mit Tabletten durchgeführt wurde. Was liegt nun auf der Hand. Die Tauben hatten nicht genug Gelegenheit zu trinken, so dass eine zu hohe Wirkstoffkonzentration vorlag. Dies führt zu unerwünschten Nebenerscheinungen. Ehemalige Emtryl-Anwender haben sicherlich noch die Bilder aus den 80er und 90er Jahren vor Augen. Bei zu hoher Dosierung kam es zu dramatischen Reaktionen
 
Aber wie kommt es, dass dies immer wieder geschieht?

Die Ursache ist oft einfach zu erklären. Wir haben in den vergangenen 10 Jahren die Dosierung von Ronidazol, insbesondere um Trichomonaden und Hexamiten zu bekämpfen, drastisch erhöht. Dies, um eine ausreichend wirksame Dosis zu erreichen. Eine Folge davon ist, dass wir uns bei der Gabe auch von leichteren Wirkstoffen an der Grenze zur toxischen Wirkung bewegen. Ronidazol wird oft von Liebhabern in einer halben Dosis für ein oder zwei Tage gegeben, dies weil es immer funktionierte. Diese Zeit ist jedoch nun vorbei !
Heute sehen wir immer mehr Fälle von Vergiftungen. Auf jeden Fall ist es bei einer Behandlung wichtig, ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung zu stellen.


 
Belüftung

Regelmäßig gibt es Züchter, die immer wieder Tauben mit Atemproblemen vorstellen. Theoretisch ist es möglich, dass die Tauben jedes Mal infiziert sind, zum Beispiel während der Wettflüge. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Lüftung nicht richtig funktioniert.

Oft sind es Tauben mit Anzeichen einer chronischen Bronchitis. In der Praxis wird dieses Problem mit einer gezielten Antibiotika-Therapie in Kombination mit einem Medikament wie Bony-bronchicron behoben. Die Flugleistung der Tauben ist schnell wieder hergestellt. Tauben mit strahlend weißen Nasen und gut durchblutetem Brustfleisch können manchmal auch von dieser Krankheit befallen sein, sodass sie 20 Minuten auf den Wettflügen verlieren. Oft sind die bewährten Tauben plötzlich nicht mehr in der Preisliste. Leider werden viele Tiere fälschlicherweise elemeniert, obwohl diese, nachdem eine angemessene Behandlung erfolgt ist, Preise fliegen.
Wenn Ihre Tauben jedoch immer wieder unter Infektionen der Atemwege leiden ist es ratsam, die Luftbewegungen in den Schlägen zu überprüfen anstatt immer wieder zu kuren.
In einem früheren Newsletter habe ich von den Herren Dick Duindam aus den Niederlanden und Eddy Noel aus Belgien berichtet. Beide beschäftigen sich mit Klimaberatung. Ich meine, es schadet nicht auch professionelle Beratung im Hinblick auf Belüftung in Anspruch zu nehmen. Der entscheidene Punkt ist, dass wir sowohl während als auch außerhalb der Saison auf Antibiotika verzichten müssen und versuchen, andere Ursachen zu finden. Also, wenn es andere Personen gibt, welche sich mit Lüftungstechnik beschäftigen, so bin ich gerne bereit in weiteren newslettern darauf hinzuweisen.


Oregano

Es wird derzeit eine Menge über Oregano und seine natürliche, antibakterielle Wirkung berichtet.
Oregano besitzt Wirkstoffe, welche in der Tat eine hohe Wirksamkeit haben und dazu beitragen, die Gesundheit der Tauben zu fördern. Es kommt in diversen Produkten verschiedener Hersteller vor. Bei uns ist seit langem Organo in einigen Produkten vertreten. So in Bony-MR-supplement, Bony-MR-plus und im Basiskern.
Über Oregano wird berichtet, dass es eine natürliche antibakterielle Wirkung besitzt. Auf diese Weise hilft es, die Darmflora zu stabilisieren. Auch Endoparasiten und Pilze haben gegen Oregano keine Chance.
Wir müssen positiv registrieren, dass Kräuter wirklich zur Erhaltung eines gesunden Körpers beitragen. Allerdings, wenn eine schwere Infektion auftritt ist die Verwendung dieser Mittel zwar die richtige Entscheidung, jedoch zeigt die alltägliche Praxis, dass es noch die Unterstützung mit einem echten Medikament bedarf.
Tatsache ist und bleibt, dass eine gesunde Taube weniger anfällig für Infektionen ist, wenn sie mit diversen pflanzlichen Produkten versorgt ist.
Wir  denken speziell an Knoblauch, Oregano, Pau d'arco und andere.
Es besteht bei uns eine grosse Nachfrage nach einem reinen Oregano-Produkt. So haben wir neu eine Produktlinie mit garantierter 10%-iger Lösung mit hoher Wirksamkeit in unseren Produktkatalog aufgenommen.
 
 
Licht am Horizont

Ich bin seit über zwanzig Jahren davon überzeugt, dass wir etwas falsch machen. Immer härtere Medikamente zu verwenden um (vor allem junge) Tauben gesund zu machen, ist falsch. Ich wurde von Kollegen immer ausgelacht und behandelt wie Don Quijote, als ich vorschlug, mehr auf präventive Gesundheitsvorsorge zu setzen. Ich schlug vor, dass wir auf die Stärkung der Abwehrkräfte setzen sollten anstatt Medikamente einzusetzen. Im damaligen Zeitgeist war ich nur eine Stimme in der Wüste. Selbst ein Kollege in der Klinik, der mit mir die medizinische Betreuung der Tauben machte verkündete öffentlich, dem Kräuter-Mist nicht zu glauben.
Aber ich war trotzdem weiter überzeugt. Dies auch weil ich Ergebnisse bei Züchtern sah, die bereit waren, sich für den natürlichen Ansatz stark zu machen. Sie bestärkten mich durch ihre Ergebnisse weiter zu machen, obwohl der Gegenwind heftig war. Zum Glück änderte sich der Zeitgeist und es gab immer mehr Stimmen und Berichte, die auf eine natürliche Methode zur medizinischen Versorgung im Taubensport aufmerksam machten. Die Zeit war nun reif.
Dies bedeutet keinesfalls, dass ich ein absoluter Gegner der Verwendung von Tierarzneimitteln, Antibiotika und Chemotherapeutika bin. Überhaupt nicht. Aber ich bin  gegen die missbräuchliche Verwendung dieser Mittel. Ich bekomme manchmal Kritik, wenn ich doch  Antibiotika verschreibe. Natürlich tue ich das. Ich bin Tierarzt und wenn Tauben krank sind brauchen sie Medikamente, die ich dann auch verschreibe. Keine Diskussion nötig.
Aber mein Anliegen ist, dass wir so viel wie möglich auf Medikamente verzichten können. Meine feste Überzeugung ist, dass dies absolut notwendig ist.
Was wir tun müssen um dies zu erreichen ist der gute Wille. Das bedeutet nicht nur streng zu selektieren, sondern auch in die Gesundheit der Tauben zu investieren. Also die Abwehrkräfte der Tauben steigern, sodass sie weniger empfindlich sind und wir weitgehend auf Medizin verzichten können.

 
 
Chemotherapeutika
 
In den letzten Wochen erhalte ich emails von Züchtern, die gute Reiseergenisse hatten und dann total abgestürzt sind.
Bei Nachfrage erfuhr ich über die präventive Gabe von Medikament x, y oder z.
Oft waren dies Trichomonadenmittel. Was viele Züchter nicht wissen oder nicht wahrhaben wollen ist, dass die Resistenzen von Trichomonaden in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren erheblich zugenommen haben. Taubentierärzte sind deshalb gezwungen, immer stärkere Medikamente zu finden, um auf die veränderten Empfindlichkeiten der Parasiten und Bakterien zu reagieren.
Nicht nur die Stärke der Medikamente sieht oft anders aus, auch die Dosierung wird erhöht. Vor zehn Jahren reichte ein halbes Gramm Ronidazol 10% pro Liter Trinkwasser aus, um wirksam zu sein. Jetzt ist eine Dosis von 2 oder 2,5 Gramm erforderlich, um die gleiche Wirkung auf die Parasiten zu erzielen.
Was die Leute manchmal vergessen ist, dass viele Medikamente für Tauben zur Kategorie der Chemotherapeutika gehören. Wir nennen sie aus Bequemlichkeit alle Antibiotika. Ronidazol bleibt jedoch ein Chemotherapeutikum.
Ronidazol ist ein Medikament, das genetisches Material beeinflussen kann. Grund genug, klug und vorsichtig damit umzugehen. Ich höre genug Liebhaber die nun denken: “Oh, was soll das ". Aber sie sollten die Regeln beachten
. Was will ich deutlich machen: Chemotherapeutika ist keine Süßigkeit und sollte auch so nicht verwendet werden. Der kurze Einsatz von Chemotherapeutika ist unverantwortlich.
Meine Vermutung zum plötzlichen Leistungsabfall liegt genau hier, vor allem jetzt, wo es durch die Stärke der Parasiten notwendig geworden ist, die Dosierung zu erhöhen. Die Nebenwirkungen dieser Substanzen sind sehr gross. Dies führt zwangsläufig zu einem erhöhten Verlustrisiko. Nun ist die Chemotherapie, welche wir für die Tauben verwenden nicht vergleichbar mit den Mitteln zur Tumortherapie in Krankenhäusern. Aber wir alle sollten sehr gut verstehen, dass wir von jemandem, der im Krankenhaus eine Chemotherapie bekommt, keine Top-Leistung erwarten.
Alles was wir erkennen ist die Notwendigkeit einer höheren Medikamentendosierung, um weiterhin den gleichen Effekt zu erreichen. Grund genug, um mehr in die Aufrechterhaltung einer gesunden Tauben zu investieren, statt in die Bekämpfung von Krankheiten.

 
Basispaket

Eine Kritik, die uns bezüglich unserer Futterergänzungsprodukte erreicht ist, dass Menschen, welche diese Produkte nicht kennen oder keine Erfahrung mit ihnen haben manchmal beklagen, dass sie die Bäume vor lauter Wald nicht mehr sehen können. Ich versuche dies etwas aufzulösen.
Im Laufe der Zeit sind so viele  Produkte dazu gekommen, dass eine Einordnung in verschiedene Kategorien sinnvoll ist.
Wir haben daher eine Anzahl von Paketen zusammen gestellt.
Eins davon ist das Basispaket.
Dieses Paket enthält eine Reihe von Nahrungsergänzungen die alles enthalten was einen guten Einstieg in den natürlichen Ansatz erfordert.
Es besteht aus Bony-SGR, Basiskern, BMT, BonyM und Bony-omega-nucleovit.
Mit dieser Kombination kann man sich selbst davon überzeugen was den natürlichen Ansatz ausmacht.

 
Ergänzende Futterzusätze

Zu den Futterergänzungen welche dazu beitragen, den Allgemeinzustand zu verbessern, zählen wir folgende Produkte.
“Bonymineral”. Dies ist eine einfach anzuwendende spezielle Lösung von flüssigen Mineralien.
Die Dosis beträgt nur 10 Tropfen für ein Liter Trinkwasser am Tag vor und des Einkorbens.
Wenn die Flüge schwerer werden kann auch “vluchsupport” zur Unterstützung bereitgestellt werden.
Dieses Produkt enthält eine hohe Dosis an Vitamin B12.
“Catplus” enthält auch Aminosäuren, enthält aber kein aktives Eisen.
Zu den Ergänzungen, welche die Fitness fördern zählt “Bony-glutavit”, das, wie der Name schon sagt, zusätzliche Glutamine enthält.
“Topconditie, Bony MR-supplement und Bony MR-plus”. Diese Produkte werden nacheinander für kurze, mittlere und längere Distanzen verabreicht.
Produkte die langfristig ihre Wirkung zeigen sind Creatine und Bony-endurance. Das letztere Produkt enthält Octacosanol, das ich in einem früheren Newsletter mit seiner Wirkung beschrieb.
Aber denken Sie daran: Nahrungsergänzungsmittel können helfen die Form zu steigern. Sie sollten aber nicht verwendet werden, um die Krankheiten von Tauben zu verstecken. Eine Voraussetzung bleibt: die Tauben müssen gesund sein.
Daher lassen Sie die Tauben von Ihrem Tierarzt auf ihren Gesundheitszustand kontrollieren. Dies bevor Sie Geld für Erganzungen ausgeben, die ihre Wirksamkeit erst entfalten können wenn die Tauben gesund sind.
 
 
Weitstreckentauben

Die medizinische Begleitung im Sport kennt viele Varianten, obwohl vieles übersehen wird und alles auch schon mehr oder weniger über den Haufen geworfen wurde.
Es ist natürlich schon ein Unterschied, ob Sie die medizinische Betreuung von Kurzstreckentauben oder Weitstreckentauben betrachten.
Auch Mittelstreckentauben bedürfen einen anderen Ansatz.
Kurz gesagt, die Art und Weise des Taubenspiels hat Einfluss auf die medizinische Begleitung.
Die Häufigkeit mit der die Tauben an Wettflügen teilnehmen spielt bereits eine wichtige Rolle.
Wie lange ist die Erholungsphase ? Das deutsche Programm erfordert eine rasche Erholung und es kann wenig dem Zufall überlassen werden. Die Weitstrecke bieten in dieser Hinsicht mehr Möglichkeiten und es kann daher anders verfahren werden.

Bei den Weitstreckentauben gelten andere Kriterien bei der medizinischen Versorgung als bei den Programmtauben. In der Tat müssen die Programmtauben vom Start weg tiptop ins Rennen gehen, während die Weitstreckentauben am Anfang der Saison vor allem Kilometer fliegen müssen.
Dennoch hat jeder Liebhaber die moralische Verpflichtung sicherzustellen, dass seine Tauben auch auf Trainingsflügen gesund sind. Es ist falsch zu sagen, dass sie noch nicht auf die Gesundheit achten, da es noch um nichts geht. Das kann von ihrem eigenen Standpunkt betrachtet richtig sein, obwohl ich bezweifle dies. Aber nochmals, die moralische Pflicht besteht gegenüber den Taubenzüchterkollegen und den Tauben allemal, keine Tauben mit schweren Infektionen einzusetzen. Wir alle müssen begreifen, dass Taubensport Spitzensport bedeutet und ein Mass an Selbstdisziplin erfordert.
Ich denke, es ist selbstverständlich, dass alle Liebhaber aus Kollegialität nur gesunde Tauben an Wettflügen teilnehmen lassen. So können wir alle auch dazu beitragen, den Medikamenteneinsatz zu reduzieren.
Abgesehen davon ist es ein Irrglaube anzunehmen, dass mit Trichomonaden, Kokzidien oder Würmer infizierte Tauben geschweige denn Tauben mit Infektionen der Luftwege, Trainingskilometer absolvieren können.
Infizierte Tauben müssen einen überdimensionalen Aufwand zu Lasten der Muskeln auf sich nehmen. Diese Tauben können sich nicht ausreichend auf die eigentliche Aufgaben, für die sie bestimmt sind, vorbereiten. Vorraussetzung für ein ordnungsgemässes und effizientes Training ist, dass die Tauben gesund sind.

Mit dem Ansatz, den Einsatz von Medikamenten zu reduzieren, begannen wir Anfang 2009  mit einer kleinen Studie. Wir gingen von der Annahme aus, dass eine gute Gesundheit mit dem Fokus einer höchstmöglichen Widerstandsfähigkeit hilft, Ausbrüche von Krankheit zu reduzieren und den Bedarf an Antibiotika und Chemotherapeutika ebenfalls einzuschränken.

Weil die Ergebnisse tatsächlich besser sind als erwartet sind wir soweit, diese Ihnen vorzustellen.

Anfang 2009 konzipierten wir den Plan, Tauben aus den verschiedenen Wettflugkategorien zu verfolgen. Ich beschränke mich in diesem Bericht auf die Weitstreckentauben.
Die Studie wurde auf eine definierte Zahl von Weitstreckenschlägen begrenzt. Einige von ihnen zeigten in den Vorjahren bei der Frühjahrsuntersuchung oft Trichomonaden, bei denen die Infektionsrate so hoch war, dass ich manchmal Angst hatte, dass Trichomonaden aus meinem Mikroskop springen würden. So schwarz sah es auf dem Untersuchungsträger aus. Harte Behandlungen waren oft in solchen Fällen notwendig.

Der Verlauf der Untersuchungen:
Wir haben im Jahr 2009 die Tauben vor der Zucht auf Trichomonaden, Kokzidiose und Würmer untersucht. Wo erforderlich wurde während des Brütens eine Kur gegen Trichomonaden durchgeführt. Die Tauben bekamen auch Bony-SGR und Bony-Omega-3-Zuchtöl.
Der Jungen aus diesen Tauben waren bei der Überprüfung frei von Trichomonaden, sodass kein Medikament verabreicht wurde.
Wir beschränkten uns bei diesen Jungtauben bis August auf die Gabe von Bony- Mineralien, Bony-SGR und Bony-Zucht-Öl - je zweimal pro Woche.

Nach der Weitstreckensaison 2009 begann die eigentliche Studie. Die Jungtauben und die Reisetauben erhielten zweimal pro Woche Bony-SGR, Bony -Mineralien, 1 x 10 Tropfen je 14 Tage Bony-Mineral und einmal pro Woche Bony-BMT, Basiskern und Nuceovit. Die drei letztgenannten alle zusammen über das Futter. Außerdem ein ausgewogenes Futter. Klares Trinkwasser an den Tagen an denen sie nicht Bony-SGR bekamen.
Die Kombination von Nahrungsergänzungsmitteln, wie beschrieben, sollte sicherstellen, dass die Tauben natürlich gesund gehalten werden.
Es wurde vereinbart, keine Medikamente zu verabreichen solange es keine Notwendigkeit gäbe dies zu tun.
Um diese mögliche Notwendigkeit zu erkennen, wurden die Tauben alle 4-6 Wochen kontrolliert.
Es wurde der Kot auf Nährboden gesetzt. Darüber hinaus wurde der Kot mikroskopisch untersucht, die Tauben einzeln begutachtet und Rachenabstriche genommen. Als weitere Studie wurde auch die bakteriologische Untersuchung der Atemwege und des Kropfes durchgeführt.
Wir erwarteten, dass die Tauben nur wenige Symptome in den Herbst-und Wintermonaten zeigen würden.
Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass mit Ausnahme einiger Kokzidien nichts festzustellen war. Im Dezember waren die Tauben tiptop drauf. Sie zeigten sich für die Jahreszeit tatsächlich durchschnittlich bis gut.
Überrascht waren wir über die Tatsache, keine Trichomonaden zu finden.
Ab Januar 2010 wurden die Tauben alle vier Wochen untersucht.
Die Jährigen hatten sich körperlich sehr gut entwickelt (evtl. durch die Anwendung von Nucleovit. Sie waren fast voller als die alten Tauben)
 
Der Einsatz der Produktkombination schien tatsächlich Früchte zu tragen und der Medikamenteneinsatz konnte auf ein Minimum reduziert werden.

Es sollte festgehalten werden, dass die Jungtauben seit ihrer Geburt im Jahr 2009 bis jetzt keine Medikamente bekommen haben! Absolut nichts.
 
Es war auch wichtig zu wissen wie sie sich während der Trainingslüge verhalten. Die Tauben wurden in den letzten Wochen im Durchschnitt dreimal durch ihre jeweiligen Liebhaber eingesetzt bevor sie zur monatlichen Kontrolle kamen. Ich habe nicht alle Tauben kontrolliert aber bei den Tauben, welche ich mir angesehen habe, war nur eine mit Trichomonaden infiziert. Es war ein Jähriger der noch nie etwas gegen Trichomonaden bekommen hatte.
Bei den übrigen Tauben waren auch die Atemwege sauber und nur eine der anderen Tauben zeigte eine leichte Reizung der Atemwege.
Wir können mit einem hohen Grad an Gewissheit sagen, dass diese Tauben diese Infektionen während des Korbaufenthaltes bekommen haben.
Wir schliessen daraus, dass eine Gesundheitskontrolle während der Wettflugsaison notwendig bleibt.
Wir stellen jedoch fest, dass es durchaus möglich ist Weitstreckentauben bis Mai frei von Infektionen der Atemwege und anderen häufigen Erkrankungen zu halten. Dies durch die Stärkung des Abwehrsystems.
Und wie diese Studie zeigt sind Medikamente in vielen Fällen nicht nötig.
Die alten Weitstreckentauben hatten über 9 Monate absolut keine Medikamente bekommen.
 
Im weiteren Verlauf dieser Studie erhalten die Tauben eine individuelle Behandlung, um die Auswirkungen der verschiedenen Maßnahmen auf die Gesundheit der Tauben zu erforschen. Eine Taube, die jetzt Trichomonaden aufweist, wird auch einzeln behandelt um sicherzustellen, dass die Taube, obwohl sie nur wenige Parasiten aufweist, keine weiterverbreitet.

Danach steht der nächste Trainingsflug an (wir haben jetzt den 1. Mai als ich diese Zeilen schreibe). Wenn sie diesen hinter sich haben werde ich sie nochmals untersuchen dann sind sie bereit für die eigentliche Aufgabe, die Weitstreckenflüge.
Es ist notwendig, dass sie für diese Arbeit mit zielgerichteten Medikamenten, vor allem aber mit Nahrungsergänzungsmitteln versorgt werden und die Leistungfähigkeit verbessern.
 
Das Ziel ist es zu beweisen, dass die minimalistische Gabe von Medikamenten bei gleichzeitigem, zielgerichtetem Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln besser für die Tauben ist als der häufige Medikamenteneinsatz.  


Nach der Lektüre dieser Zeilen werden böse Zungen sagen, dass ich meine eigene Predigt predige. Nichts von dem entspricht der Wahrheit. Wir haben oben genannte Basiskombinationen im Rahmen von Grundlagenforschungen entwickelt und im Laufe der Zeit festgestellt, dass die Wirksamkeit bestätigt  ist. Es gibt sicherlich auch andere Kombinationen aus natürlichen Wirkstoffen die sich bewährt haben. Was jedoch entscheidend ist, ist zu zeigen, dass es nicht notwendig ist Tauben mit Medikamenten vollzustopfen. Wir müssen nur sicherstellen, dass die eigenen Abwehrkräfte unserer Athleten funktionieren.

(wird fortgesetzt)

 
 
Viel Erfolg
 
 
Ihr
Peter Boskamp
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